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Weißt du, wie im Mittelalter gebaut und gelebt wurde?

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Wie wurden im Mittelalter einfache Gebäude oder große Burgen gebaut? Was war der Zweck der Gebäude und welche Funktion hatten sie? Und welche Werkzeuge wurden damals verwendet? All dies erfährt man bei einem Besuch der grenzüberschreitenden Ausstellung „ACHTUNG BAUSTELLE: Bauen und Wohnen im Mittelalter / POZOR STAVENIŠTĚ: Stavba a bydlení ve středověku” auf dem Gelände des MAMUZ Asparn/Zaya.
Die Ausstellung ist noch bis 22. November 2020 geöffnet.

Die Ausstellung blickt den Baumeistern des Mittelalters über die Schulter und zeigt die Lebenswelten in Dörfern, Städten, Burgen und Klöstern im Grenzraum von Niederösterreich und Tschechien auf. Die Landwirtschaft und der damalige Speiseplan werden ebenso beleuchtet wie Haushalt und Handel.

In fünf Ausstellungsräumen erwarten dich interessante historische Fakten und Themen:

  1. Wohnen: Haus- und Siedlungsentwicklung, Einrichtung
  2. Herrschen & Schützen: Burgen im Lauf der Zeit, ihre Funktionen, materielle Kultur der Elite
  3. Essen & Arbeiten: Ernährung, Landwirtschaft, Handwerk, Produktion
  4. Die Stadt: Stadtgründungen, tägliches Leben, Schmuck und Geldwirtschaft
  5. Das Kloster: Entwicklung des Klosterwesens, Funktionen und Architektur

Die einzelnen Bereiche sind chronologisch aufgebaut, sodass die historische Entwicklung nachempfunden werden kann. Zeittypische Aspekte und Gemeinsamkeiten beider Länder werden in dieser Ausstellung besonders beleuchtet.

Die Ausstellung wird dank des Projekts I-CULT. Internationale Kulturplattform (ATCZ59) im Rahmen des Kooperationsprogramms INTERREG V-A Österreich – Tschechische Republik ermöglicht und umfasst Exponate aus beiden Ländern.

Parallel zur Ausstellung wird im Jahr 2020 die Rekonstruktion einer frühmittelalterlichen Kirche (Rotunde) als Hauptattraktion auf dem Freigelände des MAMUZ Schloss Asparn/Zaya errichtet. Das Erscheinungsbild des Rundbaus, der fachsprachlich auch Rotunde genannt wird, basiert auf archäologischen Untersuchungen einer Grabstelle am Standort Pohansko in Südmähren.


Gleichzeitig mit diesem Bau wird ab 2020 in den Folgejahren in Südböhmen im Bereich der Gedenkstätte für Jan Žižka von Trocnov das neue Archäologische Freilichtmuseum Trocnov zur Darstellung mittelalterlichen Lebens mit seinen Gebäuden und Bauverfahren errichtet. Die Erbauung wird teilweise auch experimentell sein – d. h., es werden genau dieselben Werkzeuge und Verfahren wie im Mittelalter angewandt.

Dank der Rekonstruktion mittelalterlicher Gebäude wie der slawischen Rundkirche in Asparn/Zaya oder dem Archäologischen Freilichtmuseum Trocnov können Besucherinnen und Besucher hautnah erleben, wie die Menschen im Mittelalter lebten und wie die Gebäude damals aussahen.

Im Archäologischen Freilichtmuseum Trocnov, das in den nächsten Jahren gebaut wird, wird dir bestimmt nicht langweilig! Auf interaktiven Tablets siehst du, wie das gesamte Freilichtmuseum aussehen wird. Es werden interessante Filme und Fotos gezeigt, es kann ein Spiel gespielt werden und viele interessante Informationen in Vermittlungsbroschüren und Arbeitsblättern sowie interaktive Tools entdeckt werden. Zu sehen sind etwa ein lässiges 3D-Modell des gesamten Archäologischen Freigeländes im Maßstab 1:87, aber auch historische Waffen und Rüstungen oder ein hussitischer Streitwagen!

Darüber hinaus konnten in diesem Sommer Besucherinnen und Besucher in Trocnov wieder ins Mittelalter eintauchen und großartige Begleitveranstaltungen besuchen, die sich mit mittelalterlichem Handwerk und Leben auseinandersetzten.

Beispielsweise wurde anhand verschiedener Raubtiere und einer Falkenshow die Jagd im Mittelalter dargestellt und es fand ein Tag mit Musik und Spielen aus jener Zeit statt. Ende August konnten Neugierige auch mehr über das Aussehen und die Herstellung mittelalterlicher Textilien und der Lederverarbeitung erfahren: wie Flachs gesponnen und Wolle gefärbt wurde oder was ein Schuhmacher oder Taschner aus Leder zaubern konnte. In diesem Sommer wurden auch die Keramikprodukte, die während der Veranstaltung "Středověké hrnčířství" (Mittelalterliche Keramik) hergestellt wurden, direkt in einer Nachbildung eines mittelalterlichen Keramikofens gebrannt! Es gab auch Beispiele für mittelalterliche Schmiedekunst, Metallverarbeitung oder Glasherstellung. Besucherinnen und Besucher konnten sich aktiv beteiligen und alle Aktivitäten auf spielerische Weise ausprobieren.

Falls du es noch nicht weiß: dieses Jahr gibt es eine weitere Veranstaltung in Trocnov mit dem Titel "Glockenbau im Mittelalter und heute". Wer am 17. Oktober 2020 die Gedenkstätte für Jan Žižka von Trocnov besucht, kann dem komplexen, aber hochspannenden technologischen Prozess der Glockenherstellung erleben, wie ein Meister eine Glocke für das Archäologische Freilichtmuseum Trocnov fertigt. Also, unbedingt vorbeischauen!

Aber auch nächstes Jahr werden ein großes Mittelalterfest und Schaukämpfe aus dem Leben des berühmten Militärführers und hussitischen Hauptmannes Jan Žižka von Trocnov vorbereitet, einschließlich eines umfassenden Begleitprogramms (mittelalterliche Musik, historischer Markt, Vorträge, eine hussitische Kinderecke, usw.). Es gibt also definitiv etwas, auf das man sich freuen kann!

Autor: Mag. Marek Svoboda
 

MAMUZ Schloss Asparn/Zaya
Schlossgasse 1, 2151 Asparn/Zaya

Öffnungszeiten
Dienstag - Sonntag, 10:00 - 17:00 Uhr.
An Feiertagen auch montags geöffnet.



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