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Entdeckungsreise mit Kulturvermittlung

AREAacz
Gruppe von Kindern betrachtet gemeinsam mit einer Vermittlungsperson zwei gerahmte historische Stadtansichten in einer Museumsausstellung. Die Vermittlungsperson zeigt auf ein Detail eines Bildes, während die Kinder aufmerksam davor stehen.

Museen sind Orte der Begegnung. Sie führen Menschen mit Geschichten, Objekten und Ideen zusammen und eröffnen neue Blickwinkel auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Auch und gerade in der grenzüberschreitenden Region AREAacz wird deutlich, wie vielfältig kulturelles Erbe sein kann. Zwischen Niederösterreich, Südböhmen, Südmähren und der Region Vysočina laden Museen, Sammlungen und Ausstellungshäuser ein, bei ausgewählten Kulturvermittlungsprogrammen Bekanntes neu zu betrachten und Unbekanntes kennenzulernen.

Wir haben eine kleine Auswahl an unterschiedlichen Angeboten im Wald- und Weinviertel zu verschiedenen Themen gesammelt. Manche richten sich speziell an Familien, andere sind maßgeschneidert für Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Altersstufen, manche eignen sich als Ausflug im Freundeskreis oder sind einfach für alle da.

Abwechslungreiche Führungen, interaktive Workshops und kreative Mitmachprogramme lassen Geschichte, Kunst, Natur und Technik lebendig werden, regen zum Nachdenken und Austausch an, entstehen Erlebnisse, die lange in Erinnerung bleiben. Wir laden Sie ein: Machen Sie sich auf und entdecken Sie den Norden Niederösterreichs in all seiner Vielfalt!

Gegenwart und Vergangenheit

Ein Blick in die Vergangenheit lässt uns die Gegenwart mit anderen Augen betrachten und regt zu Gedanken über die Zukunft an. Kinder und Jugendliche entdecken in den zahlreichen Stadt- und Ortsmuseen viele Schätze und Überlieferungen, die von früheren wie auch von heutigen Lebenswelten erzählen. Auch die jüngereGeschichte des 20. Jahrhunderts hat Spuren, ja sogar Wunden hinterlassen. Diese werden in persönlichen Porträts und Erfahrungsberichten, medial ganz unterschiedlich aufbereitet, eindrücklich vermittelt.

Das Stadtmuseum Hollabrunn "Alte Hofmühle" etwa erzählt von den vielen Berufen und Gewerken, die in der heutigen Bezirkshauptstadt zu finden waren, und auch das Weinviertler Museumsdorf Niedersulz eröffnet Einblicke in das Leben um 1900. Das 1. NÖ Schulmuseum "Michelstettner Schule" lässt den Schulalltag vergangener Generationen lebendig werden.

Die stattlichen Burgen, märchenhaften Schlösser und imposanten Klöster und Stifte prägen bis heute die niederösterreichische Landschaft. Über die Jahrhunderte haben sie ihre Umgebung politisch, wirtschaftlich, sozial und religiös gestaltet und unsere Gegenwart geprägt. Hier wird Geschichte an Originalschauplätzen greifbar und so die aktive Beschäftigung mit der eigenen Identität angeregt.

So warten etwa im Renaissanceschloss Rosenburg der Rittersaal, die Waffenkammer oder auch Europas größter noch erhaltener Turnierhof, während das Liechtenstein Schloss Wilfersdorf von der Geschichte einer der bedeutendsten Adelsfamilien Mitteleuropas erzählt.

Natur und Umwelt

Die biologische Vielfalt ist die natürliche Infrastruktur des Menschen und der Welt, die ihn umgibt. Oft bleiben die mikroskopisch kleinen Verbindungen verborgen und wir übersehen das Gesamtbild – wie alles miteinander verwoben ist und ineinandergreift. Es ist dies ein System, das sich fortwährend entwickelt, verändert, durch menschliche Eingriffe ebenso wie durch Naturkatastrophen. Allerdings ist diese Anpassungsfähigkeit nicht unendlich!

Mit dem Klimawandel werden Themen wie Nachhaltigkeit und Biodiversität zu den wichtigsten Herausforderungen für eine naturbewusste Gesellschaft der Zukunft. Die Arbeit von Einrichtungen, die sich besonders für die Sensibilisierung von Naturschutz einsetzen, welche die verschiedenen Lebensräume für Flora und Fauna anschaulich präsentieren, ist von größter Bedeutung – für das Heute, für das Morgen.

Im Naturparkzentrum UnterWasserReich Schrems kann man auf rund 3000 m² in die Welt der Waldviertler Teiche und Moore eintauchen. Unterwasserzoo, Wassergarten und Fischottergehege bieten Live-Einblicke in die Tierwelt der Region. Anderen Tieren ganz nahe kommt man am Heldenberg in Kleinwetzdorf, wo sich die weltberühmten Lipizzaner in ihrem Traininszentrum über Besuch freuen – genauso wie die Greifvögel im Flug und bei der Beutejagd bei den Vorführungen in Aigner's Falkenhof.

Die Waldviertler Erdäpfelwelt in Schweiggers vermittelt spannende Fakten zu dieser wichtigen Kulturpflanze mit den vielen Namen wie Erdäpfel, Krompir, Batata oder auch Ziemniak. In der örtlichen Bäckerei wird die wertvolle Knolle zu Brot gebacken. Die Landwirtschaft spielt auch im Museum Horn eine große Rolle: es macht deutlich, wie wichtig dieser Wirtschaftszweit für Niederösterreich immer war und veranschaulicht, wie und mit welchen Geräten und Werkzeugen früher gearbeitet wurde.

Handwerk und Gewerbe

Die Industrialisierung ermöglichte, was zuvor unvorstellbar war: Maschinen übernahmen die Tätigkeiten von Menschen. In kürzerer Zeit konnten größere Stückzahlen schneller erzeugt werden, neue Berufe entstanden, neben das Erwerbsleben trat ein Mehr an Freizeit. Die Sommerfrische war geboren und legte den Grundstein für Urlaube und Reisen, wie sie heute ganz selbstverständlich scheinen.

Dennoch ist das Handwerk ein prägender Bestandteil der materiellen Kultur und der kulturellen Identität einer jeden Region. Es existiert und produziert weiterhin, wenngleich es seine Vorherrschaft am Massenmarkt eingebüßt hat. Kinder und Jugendliche können in verschiedenen Museen – ob Mühle oder Textilfabrik – das Geschick und die Verarbeitung unterschiedlicher Rohstoffe und Materialien hautnah miterleben.

Von der Gewebe- und Textilienproduktion im hohen Norden des Waldviertels erzählt das Museum Alte Textilfabrik in Weitra und lässt typische Lebens- und Arbeitswelten der Region lebendig werden. Im Stadtmuseum Zwettl dreht sich in verschiedenen Workshops alles um altes Handwerk wie Model- und Stoffdruck, Brettchenweben, Zinngießen und Filzen. 

Neben dem B10 Holzhackermuseum in Bärnkopf befindet sich eine alte Brotbackhütte, in der mit den Kindern köstliches Brot gebacken wird. Und in den Kloster-Schul-Werkstätten Schönbach stehen alte Handwerkstechniken im Mittelpunkt. Papierschöpfen, Korbflechten, Filzen oder die Verarbeitung von Naturmaterialien vermitteln, wie Produkte entstanden, lange bevor industrielle Fertigung zur Selbstverständlichkeit wurde.

Kunst und künstlerisch

Kunst zeigt mehr, als auf den ersten Blick erkennbar ist. Sie erlaubt, die Welt durch eine ausgeprägte Lust an der Betrachtung zu begreifen. Über die bildhafte Darstellung entstehen oft ausgesprochen spontane Ideen und damit auch überraschender Erkenntnisgewinn. Kunst ermöglicht Kindern und Jugendlichen das Denken in Bildern zu schärfen, verhärtete Sehweisen aufzubrechen und die Augen für bislang Verborgenes zu öffnen.

Der Zusammenhang von Ethik und Ästhetik ist wohl nirgends spürbarer als in der Befassung mit Kunst. Schöpferische Kreationen umgeben uns schließlich immer und überall und beeinflussen maßgeblich die individuelle Entfaltung junger Menschen und ihren Umgang mit der Welt. Kulturelle Teilhabe regt in ihrer Unmittelbarkeit zur eigenständigen Beschäftigung mit gesellschaftlich relevanten Themen an.

Die Galerie grenzART in Hollabrunn bringt bei Symposien, Malakademien und Workshops zeitgenössische Kunst allen Generationen näher und auch im Kunstmuseum Waldviertel in Schrems laden unterschiedliche Kreativkurse für Klein wie Groß ein, sich mit selbst in verschiedenen Kreativtechniken zu versuchen.

Für Abwechslung istbei den einfallsreichen Mini-Exkursionen und anderen Veranstaltungen im Ausstellungshaus Spoerri in Hadersdorf am Kamp immer gesorgt. Im Ignaz Joseph Pleyel-Museum in Ruppersthal im Geburtshaus des bekannten Komponisten und Klavierbauers dreht sich alles um dessen Leben und Werk.

Urzeit und Antike

"In einem Land vor unserer Zeit" lag Niederösterreich am Meer und war von urzeitlichen Tieren bevölkert. Und auch wenn die Menschheitsgeschichte, verglichen mit dem ganzen Erdzeitalter, erst kürzlich begonnen hat, so bringt sie bis heute zahlreiche Erfindungen und faszinierende Kulturtechniken hervor. Fossile Überreste von Menschen, Tieren und Pflanzen offenbaren die faszinierende Welt unserer Vorfahren.

Vom Zeitalter der Mammutjäger über die Kelten und vom Römischen Reich bis hin zum Frühmittelalter: so werden alle diese Lebenswelten durch Ausgrabungen und Rekonstruktionen jungsteinzeitlicher Dörfer oder mystischer Kreisgrabenanlagen lebendig. Sie ermöglichen, tief in die damalige Lebenswelt einzutauchen und sie mit dem Blick von heute zu entdecken.

 

Ins Urmeer beinahe eintauchen kann man im Krahuletz-Museum in Eggenburg, wenn beim Präparieren von fossilen Muscheln oder einer Wanderung durch die Sandgrube Kühnring jene Zeit lebendig wird, als das Horner Becken noch unter Wasser lag. "Urgeschichte aktiv" heißt es im MAMUZ Schloss Asparn an der Zaya, das zu vielen Mitmachprogrammen am Freigelände einlädt. 

Alte Handwerkstechniken und Aktivsationen für Klein und Groß bietet das jährliche Germanenfest im Freilichtmuseum Germanisches Gehöft in Elsarn im Straßertal.

Kulturvermittlung für alle Generationen

Ob Kunst, Natur, Geschichte, Handwerk oder Technik: Die Kulturvermittlungsangebote der AREAacz zeigen, wie vielfältig kulturelles Lernen sein kann. Sie laden dazu ein, selbst aktiv zu werden, gemeinsam Neues auszuprobieren und die kulturellen Schätze der Region kennenzulernen.

Einen Überblick über zahlreiche Kulturvermittlungsangebote in Niederösterreich bietet das Online-Verzeichnis des Museumsmanagement Niederösterreich.

Ausgewählte Kulturvermittlungsprogramme für Kinder und Jugendliche bietet die jährlich erscheinende Broschüre "Kultur-Vermittlung":

Wir wünschen viel Freude beim Entdecken!