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Das Potenzial der Zusammenarbeit in Znaim

AREAacz
Stapel von Büchern mit dem Titel „Pod Jedním Nebem“, gestaltet mit Collagen aus Architektur- und Landschaftsbildern, daneben mehrere farbige Tragetaschen.

Ende September und Anfang Oktober 2025 verwandelte sich Znaim (Znojmo) in ein Zentrum musealer Kreativität und des Ideenaustauschs. Im neuen Bildungs- und Konferenzzentrum Alšovka trafen sich über 150 Fachleute aus Museen und Galerien aus ganz Tschechien und der Slowakei, um gemeinsam zu diskutieren, wie Kooperation Museen voranbringen kann. 

Die diesjährige Konferenz, organisiert vom Südmährischen Museum in Znaim in Zusammenarbeit mit der Assoziation der Museen und Galerien der Tschechischen Republik (AMG ČR) und deren Kommission für Öffentlichkeitsarbeit und Museumspädagogik, stand unter dem Thema „Potenzial der Zusammenarbeit“. Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, dass gemeinsames Denken, Vernetzung und partnerschaftliche Kreativität heute zu den Schlüsselfaktoren einer lebendigen und offenen Kultur gehören.

Den Auftakt bildete der Vortrag von Christa Stegen vom Museumsmanagement Niederösterreich, die unter dem Titel "Neue Perspektiven – das Tüpfelchen auf dem i?" Chancen und Herausforderungen grenzüberschreitender Projekte beleuchtete. Es folgten Beispiele aus der Praxis: partizipative Bildungsarbeit des Südmährischen Museums (Monika Frecerová), das internationale Ausstellungsprojekt Tausend Gesichter Amazoniens (Athena Alchazidu, Sylva Brychtová) sowie das Projekt FENIX des Nordböhmischen Museums (Alena Černá).

Weitere Themenblöcke widmeten sich der interinstitutionellen Zusammenarbeit zwischen Museen, Universitäten und Schulen. Vorgestellt wurden u. a. Kooperationen zwischen der Masaryk-Universität und dem Mährischen Landesmuseum, das Netzwerk slowakischer Museumspädagog*innen sowie regionale Partnerschaften zwischen Museen, Galerien und Kunstschulen. Auch die Zusammenarbeit innerhalb der Museen selbst – etwa zwischen Kurator*innen, Pädagog*innen und Archivar*innen – stand im Mittelpunkt.

Das Programm ergänzten praktische Workshops, ein Ideen-Markt und Exkursionen, u. a. in das österreichische MAMUZ Schloss Asparn/Zaya und zur Burgruine Cornštejn. Beide Orte erinnerten an die langfristigen Beziehungen zwischen österreichischen und tschechischen Kultureinrichtungen.

Eine wichtige Rolle spielten auch regionale Partner*innen wie ZnojmoRegion, die gemeinnützige Organisation Znojemská beseda und der Nationalpark Thayatal (Podyjí), die gemeinsam der Konferenz eine unverwechselbare lokale Identität verliehen.

Für den kulturellen Abschluss sorgte die junge Znaimer Musikerin Frída Oratorová, die das Publikum mit einem Zymbal-Auftritt und ihrer markanten Stimme begeisterte.

Die Konferenz wurde mit Unterstützung des tschechischen Kulturministeriums und der Assoziation der Museen und Galerien der Tschechischen Republik realisiert. Sie bestätigte eindrucksvoll, dass Zusammenarbeit – über Disziplinen, Regionen und Grenzen hinweg – eine Quelle von Innovation und Kreativität ist, die Kultur lebendig hält.

 

Text: Monika Fecerová, Südmährisches Museum Znaim